Wer Gefühle wegdrückt, führt schlechter

Sie sitzen im Meeting und eine Kleinigkeit bringt Sie innerlich zum Kochen. Nachts dreht das Gedankenkarussell sich weiter. Tagsüber funktionieren Sie, aber ein diffuses Gefühl bleibt: Ich bin nicht mehr wirklich da.

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sind Sie nicht allein.

Viele Fach- und Führungskräfte kennen diesen Zustand – auch wenn sie ihn selten laut aussprechen. Denn wir haben gelernt: Stärke zeigt, wer keine Schwäche zeigt.

Das Bild mit dem Kanaldeckel

Stellen Sie es sich so vor: Jedes unerwünschte Gefühl wie Frust, Angst, Trauer, Wut stecken Sie unter einen Kanaldeckel und stellen sich darauf. Es kostet Kraft, sie alle unten zu halten. Und irgendwann sind es zu viele.

Die Gefühle kommen aber gesammelt zurück. Mit Transparenten und Lautsprechern.

Sie merken es daran:

💢 Gereiztheit – schon das nächste Meeting fühlt sich unerträglich an

💢 Innere Distanz zu Mitarbeitenden

💢 Entscheidungsschwäche: selbst kleine Entscheidungen kosten enorm viel Energie

💢 Chronische Erschöpfung, auch nach dem Wochenende nicht erholt

💢 Das diffuse Gefühl: „Ich funktioniere nur noch“

Und nachts können Sie nicht auf allen Deckeln stehen. Dann kommen die Gefühle hoch, als Gedankenkarussell, als innere Unruhe, als Selbstzweifel oder als Reizbarkeit, die Sie selbst irritiert.

Warum wir das tun – und warum es uns schadet

Unsere westliche Gesellschaft setzt auf Wissen statt auf Gefühle. Kopfmenschen gelten im Business mehr als Gefühlsmenschen. Wir werden belohnt, wenn wir analysieren, optimieren und skalieren. Nicht dafür, dass wir spüren.

Das Paradoxe: Gerade die Fähigkeit, sich selbst zu spüren, ist eine der wirksamsten Führungskompetenzen.

Echte Stärke entsteht nicht dadurch, dass man keine Gefühle hat. Sondern dadurch, dass man bewusst mit ihnen umgeht.

Was emotionale Erschöpfung mit Ihrer Führung macht

Wenn Sie dauerhaft gegen Ihre eigenen Gefühle arbeiten, kostet das kognitive Ressourcen, die Ihnen dann für klare Entscheidungen, echte Präsenz im Gespräch und strategisches Denken fehlen.

Führungskräfte, die sich selbst gut wahrnehmen, treffen bessere Entscheidungen, kommunizieren klarer und haben motiviertere Teams. Kein Zufall.

Eine andere Art von Stärke. Meine Mission

Ich möchte, dass Arbeit wieder menschlich wird. Dass Führungskräfte aufhören, ihre Menschlichkeit als Schwäche zu verstecken und anfangen, sie als Ressource zu nutzen.

Das bedeutet konkret:

🪁 Sich selbst wieder spüren und wissen, was einen wirklich antreibt

🪁 Klare Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen

🪁 Aus den eigenen Werten heraus entscheiden, statt immer zu reagieren

🪁 Souverän und gleichzeitig menschlich kommunizieren

Der erste Schritt ist wahrnehmen, nicht wegdrücken

Sie müssen Ihre Gefühle nicht im nächsten Meeting ausschütten. Es geht nicht darum, alles unkontrolliert rauszulassen. Es geht darum, ehrlich zu sich selbst zu sein: Was spüre ich gerade wirklich?

Was Sie sehen, können Sie lenken. Was Sie verdrängen, lenkt Sie.

Wenn Sie gerade mitten drin sind, im Gedankenkarussell, in der inneren Unruhe, im „Ich-funktioniere-nur-noch-Modus“ – dann ist das kein Versagen. Das ist ein Signal. Und Signale sind dazu da, gehört zu werden.

Als Coach für Fach- und Führungskräfte bin ich spezialisiert auf emotionale Intelligenz, Selbstwahrnehmung und menschliche Führung · Ich begleite Menschen, die aufhören wollen zu funktionieren und wieder anfangen wollen zu leben.
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